Antike

Als Antike bezeichnet man die griechische und römische Kultur etwa 600 v. Chr. bis 400 n. Chr. Durch die vielen Überlieferungen der Wissenschaftler und durch die Werke der Philosophen wissen wir sehr viel von dieser Zeit. Das griechische Alphabet war die erste Lautschrift auf der Erde. Die Römer hinterließen uns Bücher, in denen das Leben der Völker beschrieben wurde. Bei den Griechen war der Mensch körperlich und geistig gleichermaßen gebildet, dagegen legten die Römer mehr Wert auf die kriegerische und politische Leistung. Der Ruhm und Erfolg wuchs im Römischen Reich stetig, bis der Tag kam an dem es zusammenfiel. Die führende Macht waren aber zuerst die Griechen, die das Schöne und Harmonische liebten. Die Architektur wird durch das Einfache und Ausgewogene bestimmt. Durch die klassischen Säulenformen (dorisch, ionisch u. korinthisch) die freistehen wird das Gebälk und die Dachkonstruktion getragen. Diese Stilmerkmale sind sichtbar in den Tempeln und Theatern, die von den Griechen errichtet wurden. Im römischen Reich hingegen entstanden große Arenen ( z. B. Gladiatorenwettkämpfe) und die ersten Therme. Alles wurde noch größer und prachtvoller gebaut, denn die damaligen Kaiser wollten gebührend empfangen und gefeiert werden. Die Götterverehrung war wichtiger Bestandteil im Leben beider antiker Kulturen.  Beide Völker bildeten ein Fundament für die heutige abendländische Kultur. Heute bewundern wir hauptsächlich die berühmten Bauwerke und Skulpturen, die in der Antike entstanden sind.

Die Nackte
Die Nackte

Das Frauenbild

Die Frauen in der Antike verkörperten die Schönheit, waren dem Mann untergeordnet, aber auch ärmer an Körperkraft. Sie trugen lange seidene Kleider und hatten aufwendig gestaltete Frisuren. Wenn ein Mann eine schöne Frau an der Seite hatte, konnte das durchaus geschäftliche und politische Vorteile bringen. In der Gesellschaft hatten die Frauen nur eingeschränkte oder keinerlei Rechte. Bei Ehebruch konnten die Frauen angeklagt, enteignet oder auch verbannt werden. Öffentliche Ämter waren nur von Männern besetzt. Die Rolle der Frau war klar bestimmt. Man erwartete von ihnen möglichst männliche Nachkommen. Reiche Leute hatten auch Sklaven die sich um die Hauswirtschaft kümmerten. Sklavinnen hatten keine Rechte und mussten viele Dienste leisten. Aber es gab durchaus Ausnahmen in der so manche gut betuchte Frau einen höheren Stellenwert einnahm und Entscheidungen stark beeinflussen konnte. Die weiblichen Reize waren oft ein sehr gutes Hilfsmittel in einer Welt, die von Männern dominiert wurde. Eine berühmte frühgriechische Dichterin war Sappho, geboren auf der Insel Lesbos (um 612 v. Chr. bis 570 v. Chr.). Sie war der Inbegriff von Poesie, schrieb Hymnen an Göttinnen und volkstümliche Hochzeitsgedichte. Junge adlige Mädchen wurden vor ihrer Heirat von Sappho in Musik, Gesang und Sitte unterrichtet. Als Liebende und Dichterin zugleich schrieb sie Zauberworte- und so entstand der Begriff der "lesbischen Liebe". Viele Mythen ranken sich um sie, so soll Sappho sich aus unglücklicher Liebe von einem Felsen ins Meer gestürzt haben.

Büste Aphrodite, Antike
Büste Aphrodite, Antike

Auch in der Malerei spielt das Frauenbild schon immer eine wichtige Rolle. Die Schönheit und Vollkommenheit der Frau wurde beispielsweise durch die Renaissance- und Barockmaler ganz genau auf die Leinwand abgebildet. Gemalt wurde die Frau mit üppigen Rundungen an Bauch, Po, Brust und Oberschenkeln. Schlanke und magere Frauenbilder waren noch nicht in Mode. Die Frau wurde so dargestellt wie sie war und die antiken Schönheiten (vor allem Gesichter) dienten dem Künstler oft als Vorbild. Eine fülligere Frau verkörperte auch Wärme und Geborgenheit. Skulpturen und Büsten wurden von großen Künstlern wie zum Beispiel Michelangelo geschaffen, die heute verteilt auf der ganzen Welt zu bestaunen sind. Besonders berühmt sind die" Venus von Milo"(Künstler: Alexandros von Antiochia) oder die Idealfigur des" David" (Künstler: Michelangelo). Auch der französische Bildhauer Auguste Rodin erschuf die Bronzeskulptur des muskulösen "Denkers" oder "Der Kuss", eine Skulptur der eine künstlerische  Darstellung der Liebe zeigt. 

Die Frau mit üppigen Formen, Detail eines Gemäldes von Rubens, A. P. München, Foto: privat
Die Frau mit üppigen Formen, Detail eines Gemäldes von Rubens, A. P. München, Foto: privat

Der flämische Barockmaler und Diplomat Peter Paul Rubens wurde durch seine einzigartige Frauendarstellung (Rubensfigur) weltbekannt. Er malte Frauen mit üppigen Formen, die einen gewissen Wohlstand symbolisierten. Zu dieser Zeit gab es keine Wespentaille, die ausgeprägten weiblichen Rundungen galten als besonders verführerisch und attraktiv. Vorbilder für sein Schaffen waren auch die Frauen aus der römischen und griechischen Antike. Das entsprach dem Idealbild der Frau aus dieser Zeitepoche. Eine besonders schöne Gemäldesammlung von Rubens befindet sich in der alten Pinakothek München.

Büste der Göttin Diana
Büste der Göttin Diana