Der ungläubige Thomas

(Gemälde vom ital. Barockmaler Caravaggio)

Nach einem Gemälde von Caravaggio "Der ungläubige Thomas"
Nach einem Gemälde von Caravaggio "Der ungläubige Thomas"

"Der ungläubige Thomas" ist in der Malerei ein oft gewähltes Thema. Das Originalgemälde hängt in Potsdam (Galerie von Sansscouci) und stammt vom berühmten Barockmaler Michelangelo Merisi da Caravaggio aus Italien. Caravaggio der ein wildes und kurzes Leben hatte, malte die Szene mit viel Drastik. Gezeigt wird die Momentaufnahme, als Jesus die Hand des ungläubigen Thomas in seine Wunde legt. Christus der hier im hellen Licht erstrahlt und die Zentralfigur darstellt, will den Zweifler Thomas von seiner Auferstehung überzeugen. Dieser glaubt nicht an das Wunder und wird erst durch das Berühren der Seitenwunde eines Besseren belehrt. Zwei dahinterstehende Apostel beobachten das Geschehen mit gerunzelter Stirn. Caravaggio, der für den naturalistischen Malstil bekannt war, konzentrierte sich nur auf die vier Personen und nicht auf den Hintergrund. Hell und dunkel spiegeln sich im Kontrast wieder.

Welche Bedeutung hat das Szenario des ungläubigen Thomas für uns?

Zu dem Thema machte ich mir die folgenden Gedanken. -DK-

Es ist ein Thema mit dem ich mich auch ganz persönlich auseinandersetzen wollte. Es gibt die Phasen im Leben, indem der Zweifel mehr überwiegt, als der Glaube. Wir glauben nur was wir sehen, heißt ein berühmter Satz. Aber was ist mit dem was wir nicht sehen. Siegt die Vernunft oder der Glaube? Den Finger in die Wunde legen ist genauso ein Spruch, den sicherlich viele von uns schon gehört haben. Auch Thomas legt den Zeigefinger in die Wunde, denn er ist sonst nicht überzeugt (von der Wiederauferstehung) und diese Berührung geht natürlich auch nicht spurlos an ihm vorbei. Er findet zum Glauben. Meines Erachtens fehlt vielen Menschen in der heutigen Zeit auch eine innere Einstellung zum Glauben, ob man nun Christ ist oder nicht. Zunehmend wird sich in unserer Gesellschaft zu viel mit negativen Dingen beschäftigt. Wobei ich auch sagen muss, das die Coronazeit ihren Beitrag dazu leistet. Trotzdem ist es wichtig positiv zu denken. Immer brauchen wir Gewissheit um zu glauben und durch den ungläubigen Thomas wird uns das auch geschildert. Eindrucksvoll ist für mich auch, dass Jesus eine Brücke zu Thomas baut, um sein Zweifeln in ein Glauben zu verwandeln. Jesus ist also ein Brückenbauer zu den Menschen. Caravaggio zeigt aber auch ein Thomas der immer weiter bohrt im Wundmal. Es ist die Suche nach Wahrheit, denn Thomas hat Fragen und sucht darauf die Antworten. Und das ist auch heute noch so, jeder sucht nach seiner persönlichen Wahrheit...