Der Gekreuzigte

Rubens Jesus am Kreuz 1615/16, Foto: privat Pinakothek
Rubens Jesus am Kreuz 1615/16, Foto: privat Pinakothek

Warum musste er am Kreuz sterben? "Für uns", aber da gibt es noch andere Deutungen für mich. Jesus war doch kein böser Mensch, sondern aufrichtig und überzeugt davon die Menschen zu lehren über das "Reich Gottes" und insbesondere über die "Nächstenliebe". Das "Reich Gottes ist nicht von dieser Welt" (Joh.18,36) sagte er zu seinen Jüngern, aber was ist das hier gemeinte "Reich" eigentlich? Früher hätte ich vermutlich gesagt, es ist ein Reich des Friedens und des Wohlstands. Keine Kriege und Pandemien (wie es grad der Fall auf der Welt ist) würden die Erde heimsuchen und jeder würde sich mit seinen Nächsten verstehen und alle hätten soviel Nahrung, das keiner hungern und verdursten müsste, aber das ist nur ein Teil der stimmt. Es wäre nicht zu Ende gedacht. In Jesus, also Gottes Reich ist doch vielmehr das "innere Reich" gemeint. Das Reich das "im innersten der Seele ist". Der Mensch muss sich selbst kennen lernen um seinen Weg zu finden und zu gehen. Dabei sieht er die eigenen Stolpersteine sehr gut, wenn er ehrlich mit sich selbst umgeht. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sind hier keine leeren Worte, sondern wir alle müssen uns jeden Tag im Spiegel ansehen können. Das eigene Spiegelbild ist die Seele eines jeden Menschen. Nicht nur das Schöne sieht jeder von uns, auch die hässlichen Seiten kommen zum Vorschein. Die unschönen Dinge sehen wir immer, davonlaufen und verstecken ist sinnlos, denn die Vergangenheit holt einen ständig ein. Wir alle können aber aus Fehlern lernen und es besser machen für die Zukunft. 

Jesus und Barabbas

Warum ließ Pontius Pilatus den Mörder und Aufrührer Barabbas anstelle von Jesus frei? Der Stadthalter überließ es dem jüdischen Volk zu entscheiden, denn ihm selbst fiel es laut Überlieferungen schwer Jesus zum Tode zu verurteilen. Trotzdem konnte er seine Hände nicht in Unschuld waschen und bewies damit auch seine Macht, denn er tat das, was das Volk forderte. Tod des Jesus von Nazareth durch die Kreuzigung. Barabbas der während der Geschehnisse unwillkürlich mit dabei war, war wohl für die meisten Bürger von Palästina der weitaus weniger gefährlichere Mann, als Jesus, der seine Lehren verkündigte. Pilatus ließ also diesen Räuber "Den Sohn eines Vaters" (Übersetz. Barabbas) frei. Und trotzdem ist wenig über Barabbas bekannt, im Johannesevangelium (18,40) wird er beispielsweise als "Bandit" bezeichnet. Was bedeutet er aber für uns? Im Prinzip ist Barabbas das Schlechte, also das Gegenteil von Jesus Christus. Er verkörpert das Böse und Christus das Gute. Im übertragenen Sinn wohnt dieser Barabbas also auch etwas in uns. Wer von uns hatte noch nie schlechte Gedanken? Ich  meine, das jeder gute und schlechte Saatkörner in sich trägt..., aber das weiß jeder Mensch selbst...

Drei Kreuze
Drei Kreuze