Rubens, Bleistiftskizze 2019
Rubens, Bleistiftskizze 2019

Peter Paul Rubens



Peter Paul Rubens gehört wohl mit zu den bedeutendsten Malern der flämischen Barockmalerei. Geboren wurde er in Siegen, Westfalen 1577. Er kam aus einem gut bürgerlichen Haus und genoß eine sehr gute Schulausbildung. Nachdem er kurzzeitig als Hofpage im Dienst stand, begann seine eigentliche künstlerische Laufbahn. Ausgebildet wurde er von Tobias Verhaechet, einem Landschaftsmaler, dann vom Historien- und Bildnismaler Adam van Noort und schließlich von Otto van Veen, einem Maler des Romanismus. Als die Lehrzeit beendet war, ging er 1600 zu Studienzwecken nach Italien. Bis 1608 war er dort Hofmaler beim Herzog Vincenco I. Gonzaga in Mantua. Dieser schickte ihn auch später an den spanischen Königshof. Peter Paul lebte zu der Zeit überwiegend in Rom und nahm Aufträge an. Er bereiste aber auch Städte wie Florenz, Venedig oder Genua. Inspiration holte er sich unter anderem von den venezianischen und römischen Künstlern. Namen wie Tizian, Tintoretto oder Caravaggio hatten Einfluß auf sein Schaffen, was in Kopien und Nachzeichnungen zu erkennen ist. Rubens erhielt viele Aufträge von der Kirche und den Erzherzögen, die ihm viel Anerkennung und Erfolg brachte. Bis 1622 reifte seine Kunst, die sich sowohl religiösen als auch profanen Themen widmete. 


Rubens, nach einer Vorlage des Malers, 2019
Rubens, nach einer Vorlage des Malers, 2019

Viel Kontakt hatte Rubens zu den Jesuiten, die ihm Aufträge für die Kirchenausstattungen erteilten. Für sie schuf er die "Verkündigung an Maria" (1610) und die "Himmelfahrt Mariä" (1613/14). Das letzte Werk war offensichtlich für den Hochaltar der Antwerpener Kathedrale bestimmt. Bereits Mitte der zwanziger Jahre arbeitete Rubens an verschiedenen Themenbereichen. Zu seinen Werken zählten Portraits, Jagdszenen, mythologische und historische Szenen und die religiösen Themen. Anspruchsvolle Aufträge übernahm er für den Prince of Wales, dem König von Frankreich, dem König von Spanien und auch die deutschen Wittelsbacher (München und Düsseldorf) waren Auftraggeber. Zur Bewältigung solcher großen Aufgaben besaß er eine sehr gut organisierte Werkstatt mit zahlreichen Mitarbeitern. 1616 malte er für den bayrischen Herzog Maximilian vier Jagdbilder. Das Gemälde von der Nilpferdjagd (1615/16) hängt heute in der Alten Pinakothek München.

Nilpferdjagd, Rubens, A.P. München, Foto: privat
Nilpferdjagd, Rubens, A.P. München, Foto: privat

Bemerkenswert ist auch ein Auftrag vom Herzogtum Pfalz-Neuburg. Denn es war die Hofkirche in Neuburg, für die er vier Altarbilder ausführte und Dekorationsentwürfe mitlieferte. Die "Anbetung der Hirten" und die "Ausgießung des Heiligen Geistes" bilden den Höhepunkt der Neuburger Gemäldegalerie. Ab 1622 reiste er nach Paris um mit Maria de´ Medici über einen Auftrag zu verhandeln. 21 großformatige Bilder über das Leben von Heinrich IV. und Maria de´ Medici wurden für die Galerie des Luxembourg-Palastes angefertigt. Später bereiste er auch Spanien, wo er vom König in den Adelsstand erhoben wurde. Als Diplomat des span. Königshauses verhandelte er auch über einen Friedensvertrag zwischen Holland und Belgien, der aber scheiterte. König Philipp IV. von Spanien erteilte Rubens den Auftrag eines Bilderzyklus nach den Metarmorphosen Ovids. Rubens porträtierte auch den König selbst sehr oft. Ein Gemälde des Königs von Spanien hängt in der Galerie Neuburg im großen Saal.   

Aufgießung des hl. Geistes, Rubens, Foto: privat
Aufgießung des hl. Geistes, Rubens, Foto: privat
Aufgießung des hl. Geistes, Rubens, Foto: privat
Aufgießung des hl. Geistes, Rubens, Foto: privat


Wenn wir uns Rubens künstlerische Entwicklung ansehen, wirken die ersten Bilder durch seine Italienreise noch schwerfällig und dunkel. In den folgenden Jahren werden die Formen ausgeprägter und die Farbgebung differenzierter. In den Antwerpener Werken werden die Bewegungsphasen überzeugend als Ausdruckshaltung dargestellt. Ein schönes Beispiel ist das Bildnis des Künstlers mit seiner Frau Isabella Brant in der Geissblattlaube (1609). Sehr schöne Gemälde entstanden auch von seiner Familie, die er häufig porträtierte. Im sogenannten "Pelzchen" (um 1638), das im kunsthistorischen Museum in Wien hängt, verewigte Rubens seine Frau Helene Fourment. Das sehr private Bild zeigt die Dame nackt mit einem Pelzmantel bekleidet. Seine Spätwerke zeigen mehr Realität, die Familienmitglieder werden in den allegorisch, mythologischen Bildern mit einbezogen. Üppige Frauenfiguren und muskulöse Männer präsentieren oft den Mittelpunkt der Gemälde. Landschaftsbilder verbindet Rubens mit der Welt der Imagination und der beobachteten Realität. Peter Paul Rubens ist heute ein Hauptvertreter des europäischen Barock und gehört zu den berühmtesten Künstlern der Malerei des 17. und 18. JahrhundertsAm 30.5.1640 stirbt Rubens in Antwerpen.


Bildnis Helene Fourment, A.P. München, Foto: privat
Bildnis Helene Fourment, A.P. München, Foto: privat
Versöhnung von Esau und Jakob (Detail), Neuburg Galerie, Foto: privat
Versöhnung von Esau und Jakob (Detail), Neuburg Galerie, Foto: privat