Renaissance (1420-1600)

David, nach einer Vorlage von Michelangelo, 2019
David, nach einer Vorlage von Michelangelo, 2019

Michelangelo Buonarotti

Michelangelo, Selbstbildnis nach einer Vorlage von Michelangelo
Michelangelo, Selbstbildnis nach einer Vorlage von Michelangelo

Er zählte unter den Malern zu einer der herausragendsten Persönlichkeiten. Der Bildhauer und Maler Michelangelo ist auch heute noch faszinierend und geheimnisvoll zugleich. Obwohl er schwierig, streitsüchtig und auch schnell beleidigt war, hatte er ein Wissen, das er in seine Arbeit, gerade als Bildhauer mit einbrachte. Vor allem seine Anatomiestudien verdeutlichen das sehr präzise. Michelangelo spielte eine wesentliche Rolle in der aufstrebenden italienischen Renaissance des 15. und 16. Jahrhunderts. Das Wort Renaissance bedeutet soviel wie "Wiedergeburt". Diese frühe Epoche umfasst vorchristliche Zivilisation des klassischen Griechenland und des römischen Reichs. Italien war zu der Zeit eine reiche und wirtschaftlich erfolgreiche Region Europas. Rasch entwickelte sich der internationale Handel.

 

Michelangelo Buonarotti kam 1475 in Caprese zur Welt. Caprese gehörte zur Republik Florenz. Seine Mutter Francesca starb als er sechs Jahre alt war. Der Vater Ludovico war ein Stadtkommandant der Orte Caprese und Chiusi.  Michelangelo stammt aus einer alten Florentiner Familie, die nobel, aber arm war und sich kaum von ihrer Landwirtschaft ernähren konnte. Als der Knabe von seinem Vater frühzeitig in die Schule gesteckt wurde, verbrachte er die meiste Zeit mit dem Malen als mit dem Lernen am Schreibpult. Er wollte ein Künstler werden, aber sein Vater war nicht begeistert von dieser Idee. Ludovico wollte das der Sohn einen anständigen Beruf erlernte, damit er die Familie unterstützen konnte. Da die Familienmitglieder wenig Verständnis für seine Malerei aufbrachten, lies er sich jedoch nicht beirren und malte mit Leidenschaft weiter. 

 

Mit 15 Jahren übernahm Michelangelo mehr Verantwortung, da sein älterer Bruder Dominikanermönch wurde. Diese Ver-antwortung gegenüber seiner Familie übernahm er zeitlebens und unterstützte sie immer wieder finanziell, was für einen ausgeprägten Familiensinn spricht. Trotz allem hielt Michelangelo an seinem Berufswunsch fest, bis der Vater schließlich nachgab und ihn in die Lehre von Domenico Ghirlandaio schickte. Dort wurde er in die Malerei eingeführt und lernte dabei sehr viel über Freskenmalerei die ihm später von Nutzen war.

 

Sein Leben lang war Michelangelo unverwüstlich in seiner Zielstrebigkeit. Gute Kontakte zu Familie der Medici brachten ihn so manchen Auftrag.( Die Familie Medici war zu dieser Zeit eine der mächtigsten in Florenz. Durch sie wurde die Stadt zum Zentrum des Handels und Finanzwesens. Florenz wurde zu einer kulturellen Hochburg, also zur Wiege der Renaissance. Für viele Künstler gehörten die Medicis zu den wichtigsten Auftraggebern jener Zeit.) Außerdem lernte er die wichtigsten gesellschaftlichen Umgangsformen kennen, obwohl er nicht dem hohen Adel angehörte. 

 

Sein Lehrmeister Domenico kam aus einer angesehenen Malerfamilie und malte hauptsächlich religiöse Themen, indem er auch lebende Personen der Oberschicht mit in seine Bilder einbezog. Da Michelangelo aber wenig Respekt zeigte schickte ihn sein Meister nach einem Jahr in die Bildhauerschule der Akademie Medici. Dort lernte er das Modellieren und das Meißeln mit MarmorDer junge Michelangelo entdeckte die Leidenschaft für die BildhauereiEin frühes Beispiel seiner Arbeit als Bildhauer ist ein Marmorrelief " Die Schlacht der Zentauren" oder die " Maske eines Fauns" ( Faunus, röm. Gott bzw. Waldgeist, röm. Mythologie). Schon da zeigt sich das Interesse an menschlichen Körpern ganz deutlich. Als er intensiv den menschlichen Körper studierte sezierte er mit Hilfe des Prior von Santo Spirito auch Leichen und gewann so wertvolle Informationen über die Anatomie. Eine Vorliebe galt aber auch der klassischen Philosophie. Unter anderem las er Werke von den italienischen Dichtern Boccaccio, Petrach oder auch Dante.

 

Ab 1497 schuf er ein sehr bedeutendes und wichtiges Werk "Die Pieta" für den Petersdom in Rom. Gerade bei dieser Arbeit sieht man schon die herausragenden und außerordentlichen Fähigkeiten des jungen Michelangelos, der erst 22 Jahre alt war. Als er von Rom wieder nach Florenz zurückkehrte, bekam er einen weiteren wichtigen Auftrag. Er sollte die Skulptur des Helden David erschaffen. Mit seiner Arbeit begann er 1501. Die Statue mit über vier Metern Höhe ist ein Beispiel der Wiedergeburt griechischer und römischer Modelle, die nur in eine neue Welt versetzt wurde. In dieser Figur sieht man deutlich das Anatomieverständnis und die gekonnte Fingerfertigkeit, die er besaß und die ihm auch viel Anerkennung brachte.

 

Michelangelo ging in seiner Kunst auf und mochte auch keine Unterbrechungen. Dabei ging es ihm auch nicht darum wie lange er für ein Gemälde oder die Skulptur brauchte. Er war eins mit sich und seiner Arbeit. Im Beispiel des David 

sieht man auch eindrucksvoll, wie er den Körper bis fast zur gänzlichen Perfektion herausarbeitete. Man könnte also sagen das seine ganze Liebe der Bildhauerei galt und die Malerei erst an zweiter Stelle stand. 1505 kam Michelangelo wieder nach Rom, denn der Papst Julius II. hatte einen Auftag für ihn. Der Papst wollte für sich eine große Grabstätte, die Michelangelo entwerfen sollte und die dann erbaut werden sollte. Nach zahlreichen Entwürfen  wurde aber nur ein Einzelstück, die Figur des Moses fertiggestellt, die heute in der Kirche San Pietro in Vincoli zu bewundern ist. Viele große Aufträge blieben oft unvollendet.

 

Allerdings muss man auch sagen das es viele Differenzen zwischen dem Papst und Michelangelo gab. Aus was für einen Grund auch immer, Julius stoppte die Arbeiten am Grabmal. Man kann sich vorstellen das Michelangelo wütend abreiste,

denn der Papst hatte ihn entlassen. Bald holte er ihn wieder nach Rom zurück und gab ihm einen sehr wichtigen Auftrag. Er sollte die Deckenmalerei in derSixtinischen Kapelle übernehmen. Es wurde ein bildlich, religiöses Meisterwerk in der Kunstgeschichte und zeigt zu gleich eine malerische Meisterleistung Michelangelos. Von 1508-1512 arbeitete er an diesem Fresko. Michelangelo malte nach seinen Vorstellungen und er zeigt die Menschen nackt, so wie sie Gott erschuf. Natürlich gab es viel Kritik über die Ausarbeitung der Sixtinischen Kapelle.

 

Michelangelo blieb fast 30 Jahre in Rom und arbeitete noch an vielen Aufträgen. Während der letzten Epoche seines Lebens arbeitete er an Skulpturen, Malereien und Bauwerken, obwohl er mit dem zunehmend hohen Alter mehr und mehr körperliche Probleme hatte und schließlich auch vereinsamte. Am 18. Februar 1564 starb Michelangelo in Rom. Michelangelo zählt sicherlich zu den Meistern seiner Zeit und mann erkennt das er im wahrsten Sinne des Wortes einmalig war.