Der Blaue Engel

Der blaue Engel, Ölfarben auf Leinwand
Der blaue Engel, Ölfarben auf Leinwand

Der blaue Engel mit diesem Film wird die Dietrich 1930 zu einem bekannten Star der Ufa in Deutschland. Josef von Sternberg hat sie entdeckt und gibt ihr die Rolle der feschen Sängerin Lola. Neben ihr spielt Emil Jannings, ein Schauspieler der sich mit dem NS-Regime arrangierte, die Rolle des Gymnasialprofessors Rath. Der Professor erliegt ihren Reizen und wird folglich von seinen Schülern als Professor "Unrat" verhöhnt.

Marie-Magdalene Dietrich

Marlene um 1929
Marlene um 1929

In Berlin/Schöneberg kommt sie am 27. Dezember 1901 als zweites Kind in einer preußischen Offiziers-Familie zur Welt. Der Vater verstirbt sehr früh schon an Herzversagen. Deutschland ist um die Jahrhundertwende ein Kaiserreich und Marlene wird streng im Sinne von Disziplin und Ordnung erzogen, eigene Gefühle spielen eine untergeordnete Rolle. Die Mutter erzieht ihre Töchter erst einmal allein, bevor sie später Eduard von Losch heiratet, der im ersten Weltkrieg erschossen wird. Marlene empfand ihre Kindheit nach eigenen Angaben als schön, obwohl kein Vater mehr im Haus war. Sie entwickelt sich zu einer unabhängigen und emanzipierten, selbstbewussten jungen Frau, die einmal Geigerin werden möchte. Doch es kommt anders, denn sie ergreift die Chance am Theater vorzusprechen und entdeckt ihre Liebe zu schauspielern. In zahlreichen Stummfilmen wirkt sie mit und lernt auch den Filmproduzenten Rudolf Sieber kennen. Beide heiraten, aber nur auf dem Papier, wie es so schön heißt und Tochter Maria kommt 1924 zur Welt. Die Eheleute posieren  vor der Kamera und wahren den Schein einer heilen und glücklichen Familie. In Wirklichkeit führen beide ein unabhängiges Dasein mit zahlreichen Affären. Zur Scheidung kommt es aber nicht.

Der Entdecker

Marlene als fesche Lola 1930
Marlene als fesche Lola 1930
Schnellskizze der Dietrich
Schnellskizze der Dietrich

Josef von Sternberg, der Regisseur entdeckt sie 1929. Er trägt mit dazu bei, dass Marlene in den Starhimmel aufsteigt und formt mit ihr zusammen das perfekte Marlene Gesicht. Der Mythos und die Kunstfigur Marlene Dietrich entstand. Es gibt keine Aufnahme oder Fotos die nicht von der Dietrich abgesegnet wurden. Alles musste perfekt und stimmig miteinander sein. Besonders achtete sie auf die jeweiligen Lichtverhältnisse und Posen, die sie ihrer Kunstfigur gab. Gern trat sie auch in Hose und Anzug auf und das war damals neu. Schauspielerisch drückte sie ihren Rollen einen ganz individuellen und eigenen Stempel auf. Mit viel Ehrgeiz und wirklichen Können verschaffte sie sich den Ruhm und den Glanz vor dem Publikum und das sieht man auch schon im Film "Der blaue Engel". Mit dem NS-Regime und Hitler, der 1933 die Macht ergriff, wollte sie aber nichts zu tun haben. Marlene fasste den Entschluss nach Amerika (wird amerik. Staatsbürgerin) zu gehen und nahm ein Angebot der Paramount (Filmstudio) an, um dort Filme zu drehen. Und das war eine richtige Entscheidung, denn sie wusste in Deutschland war nichts gutes zu erwarten. Propagandaminister Goebbels versuchte sie mehrmals durch seine Agenten wieder zur Rückkehr ins Deutsche Reich zu bewegen. Vergeblich. 

In den USA dreht sie Filme wie "Marokko", an der Seite von Cary Cooper oder "Der große Bluff", neben James Stewart. Alles Filmklassiker. Als der zweite Weltkrieg beginnt, wirbt sie in den USA für Kriegsanleihen und begleitet die amerikanischen Truppen auch bis zur Front. Die Dietrich singt vor Soldaten um die Moral zu stärken und das war sicherlich keine leichte Aufgabe. Marlene kämpft gegen das Naziregime, wohl wissend das die Mutter noch in Berlin ist. Später beschimpfen sie viele Deutsche als Verräterin am eigenen Volk. Mit Jean Gabin, dem französischen Schauspieler hat sie vor dem Krieg ein Verhältnis. Er ist wohl die wahre Liebe ihres Lebens und doch hat der Krieg Gabin verändert. Er kämpfte für Frankreich und zieht nach dem Krieg den Schlussstrich.   

Marlene in den 1960 er Jahren
Marlene in den 1960 er Jahren

In Amerika und rund um den Globus startet sie ihre Karriere als Sängerin. In eleganten Abendkleidern oder Hosenanzügen singt sie Chansons, darunter auch das berühmte Antikriegslied "Sag mir wo die Blumen sind", ein Song den Pete Seeger schrieb in englischer Sprache. 1961 dreht sie den Film "Das Urteil von Nürnberg" neben einen schauspielerisch herausragenden Spencer Tracy, der einen Richter verkörpert und ehemalige Nazis verurteilt. Mit der Rolle als unbeugsame Witwe eines ehem. Nazigenerals hadert sie lange, aber schließlich spielt sie es doch. Deutschland besucht sie nur noch einmal in den 60er Jahren, danach lebt sie in Frankreich. In Paris stirbt sie nach 15 jähriger selbst gewählter Abgeschiedenheit am 6. Mai 1992. Der Vorhang ist gefallen, aber der Mythos Marlene bleibt. 

Marlene Dietrich im Pelz
Marlene Dietrich im Pelz