Das Porträt

Das Porträt eines jungen Mannes, Bleistift 2019
Das Porträt eines jungen Mannes, Bleistift 2019

Beim Porträtzeichnen gilt der Grundsatz Lernen durch Beobachten. Wer nicht genau hinsieht, kann nur das festhalten, was auf den ersten Blick zu sehen ist. Durch die Skizze kann hat man auch gleich den besseren Blick für Proportionen und Perspektive. Ob man nun mit Bleistift oder anderen Zeichenmedium malt ist nicht so ausschlaggebend, wichtig ist eine gute Beobachtungsgabe für das grobe Skizzieren der Person oder des jeweiligen Porträts. Die feinen Details werden erst später dazugefügt. Was auch eine wichtige Rolle beim Zeichnen spielt, ist die Zeit. Um so mehr ich Zeit ich mir nehme, desto variabler wird die Strichführung und man kann Schattierungen und feine Nuancen besser heraus arbeiten, die sich bei näherer Beobachtung zeigen. Ich selbst habe mir für Bleistift und Rötelstudien ein Skizzenbuch angeschafft, indem ich vorallem Detailstudien gerne hinein male, die dann wertvolles Referenzmaterial liefern. Der Bleistift biete sich für Übungen hervorragend an, denn Vermalungen lassen sich leicht korrigieren. Entscheidend für die ersten Schritte des Zeichnens sind das Format und was möchte ich darstellen. Hilfreich ist auch das Bildraster. 

Bildraster: Um eine kleinformatige Skizze zu vergrößern, wird sie mit den gleichen Abmessungsverhältnissen auf ein größeres Blatt übertragen. Die Skizze wird ordentlich in Quadrate gerastert, das große Blatt in die gleiche Anzahl Quadrate aufgeteilt und jedes Quadrat der Skizze vergrößert übertragen. 

Ich selbst zeichne viel nach Augenmass. Dabei wird darauf geachtet, das die Entfernung zum Modell stimmt. Nahansichten werden aus kurzer Distanz gezeichnet. Kleinere Zeichnungen oder Körperporträts (z.B. Darstellung einer Gruppe) werden aus einer größeren Distanz angefertigt. 

Für das Zeichnen mit dem Bleistift ist auch der jeweilige Härtegrad von Bedeutung. Der Bleistift besteht aus Graphit, ein weicher, kristalliner Kohlestaub der mit Ton vermischt und gebrannt wird. Je höher der Tonanteil ist, desto härter ist der Stift. Je mehr Graphit, desto dunkler und weicher zeichnet der Stift. Das B steht für schwarz und das H steht für hart bei den Bleistiften.  

H-Stifte werden meistens für technische Zeichnungen verwendet. Ich verwende meist B-Stifte, die also weicher und dunkler malen. Mit dem richtigen Gefühl für den Stift und den veschiedenen Maltechniken ( Schraffur, Verwischen, Radieren, leichter und starker Druck) lassen sich ganz tolle und verschiedene Ergebnisse erzielen. Das ständige Üben und eine gute Beobachtungsgabe sind Voraussetzung für ein gutes Gelingen. Bei Porträts kommt es viel auf den Ausdruck an, den man im Gesicht erkennen kann. Augen, Nase, Mund und Form des Kopfes sind in Einklang zu bringen, was nicht immer einfach ist. Am Ende sollte das Gesamtbild stimmig sein.

Der Betrachter soll einen Eindruck vom Gesichtsausdruck der dargestellten Person bekommen und in welcher Stimmung sich dieser befand. Das ist die Kernaussage.