Charlie Chaplin kleiner Mann, ganz groß

Chaplin gemalt mit Kaffee, 2019
Chaplin gemalt mit Kaffee, 2019

Charles Spencer Chaplin kommt in London am 16. April 1889 auf die Welt. Die Mutter Hannah bringt im Alter von 18 Jahren ihr erstes uneheliches Kind zur Welt, Sydney. Der kleine Charles wächst in armseligen Verhältnissen auf, von drei behaglichen Zimmern zog die Familie in zwei und dann in ein Zimmer. Es war eine schäbige Gegend in der er lebte. Sein Vater Charles verstarb frühzeitig im Alter von nur 37 Jahren an Alkoholismus. Seine Ehe mit Hannah war schon 1892 in die Brüche gegangen. Leider wurde Charlie und sein Halbbruder in düstere Anstalten gesteckt, wo sie mit der Rute traktiert wurden. Damals war das Alltag. Unterdessen wurde seine Mutter immer verwirrter und glitt in den Wahnsinn ab und landete letztlich im Hospital. Zu diesem Zeitpunkt war er erst 14 Jahre alt.

 

Charles schrieb später über seine Mutter, "Nie werde ich den herzergreifenden Blick vergessen, den sie mir im Fortgehen zugeworfen hatte..."

 

Doch das Elend ging weiter, denn Charlie hatte fast keine Schulbildung und konnte nicht richtig schreiben. Die arme Kindheit konnte er sein ganzes Leben nicht vergessen, denn als er schon weltbekannt war, fuhr er öfter zurück an die Orte, wo er aufgewachsen war. Für seine Bildungslücken schämte er sich wohl, aber dennoch ging er seinen Weg.  

Das Aquarell von Chaplin wurde von mir mit Kaffee und mit nur zwei anderen Farben (schwarz und siena) gemalt. Erstmals versuchte ich mich an einem Kaffeebild, da ich gelesen hatte, das durch diese Bräune gute Ergebnisse erzielt werden können. Heutzutage wird eh sehr viel experimentiert. Udo Lindenberg malt schon lange mit verschiedenen Likören und erzielt eine erstaunlich hohe Farbintensität, wie man es auf seinen Bilderausstellungen sehen kann. Wirkung und Farbe lassen sich somit auf verschiedene Art und Weise im Bild darstellen. 

Ab 1908 erhielt er ein festes Engagement bei Karno und begann zu lesen, was ihm unter die Finger kam. Die Anfangsjahre beim Film waren für Chaplin langweilig. Irgendwann sagte man ihm er soll sich doch einmal komisch schminken und auf dem Weg in die Garderobe kam ihm eine Idee. Er zog sich eine weite Hose an, trug eine enge Jacke, setze sich den Hut auf und trug übergroße Schuhe. Dazu ein Spazierstock und der aufgeklebte Schnurrbart, fertig war die Figur des Tramp (Charlie Chaplin erschuff die Figur um 1914). Dieser kleine Bursche einsam und träumerisch zog also los und eroberte die Welt... mit Slapstick. Es entstanden Filme wie "The Kid", "Lichter der großen Stadt" oder "Moderne Zeiten". Mit seinem Watschelgang und viel Witz fand er eine große Anhängerschar, die ihn in den 20er Jahren zu einem Jahrhundertkomiker werden ließ. Erwähnenswert ist auch das Chaplin die Musik seiner Filme selbst komponierte, obwohl er nie Noten lesen konnte.

1933 kam es in Deutschland zu einer politischen Veränderung und Adolf Hitler setzte sich an die Macht. Ein kleiner Mann mit echten Schnurrbart wollte die Welt beherrschen und das war für Charlie Chaplin eine neue Herausforderung für eine große Rolle im Film "Der große Diktator", der im Jahr 1940 Premiere feierte. Chaplin verkörpert den Globus-knutschenden Adenoid Hynkel, der stark an Hitler erinnert. Die Figur ist ihm auf den Leib geschrieben, denn er spielt geradezu komisch, witzig und ironisch, was den Film aber zum Klassiker macht. Der Komiker besitzt die Gabe das Publikum zum Lachen zu bringen und das macht ihn zu einem der bestbezahlten Stars in Hollywood.

 

Der Emigrant Rudolph Arnheim sagte einmal: "Chaplin ist der einzige Künstler, der die Geheimwaffe des tödlichen Lachens besitzt."

Federzeichnung, 2018
Federzeichnung, 2018
Federzeichnung, 2018
Federzeichnung, 2018

Im Privatleben war Chaplin viermal verheiratet und hatte elf Kinder. Seine Tochter Geraldine machte später selbst als Schauspielerin Karriere. Der spätere Charlie, mittlerweile Sir verdiente im Laufe seines Lebens viel Geld, war aber in seinem Herzen ein linker Anarchist. Er hatte stets Sympathie für Underdogs und pflegte die Freundschaft zum Kommunist Hans Eisler. 1952 verlor er in den USA sein Aufenthaltsrecht, denn er weigerte sich amerikanischer Bürger zu werden. Ein einziges Mal kehrte er noch einmal in die vereinigten Staaten zurück, als er den Ehrenoscar verliehen bekam. Und das war 1972. Am 25. Dezember 1977 starb Chaplin dann in der Schweiz, wo er die letzten Jahre gelebt hatte.