Der Mond ist aufgegangen...

Der Mond Acryl 2018
Der Mond Acryl 2018

Schon seit jeher zieht uns Menschen der Mond in seinen Bann. Wenn wir so in den Himmel schauen, löst das meist eine Mischung von Gefühlen und Staunen aus. Der Mond fasziniert und wirkt zugleich mystisch, gerade wenn er sich in seinem vollen Umfang zeigt. Es ist dann meistens so, dass ich mich frage, ob ich wirklich ein zufriedener Mensch bin. Hat man das erreicht im Leben, was man wollte? Solche Fragen und noch viele andere beschäftigen uns wohl alle, selbst wenn wir Einschlafschwierigkeiten bei Vollmond haben. Geheimnisvoll, aber auch unheimlich strahlt er auf uns herab. Wir lassen uns durch seine helle Strahlung von ihm beeinflussen, denn es gibt viele Menschen die nach den Mondphasen (synodischer Monat) leben. Wann sollte ein Baum gepflanzt werden oder wann lasse ich mir am Besten die Haare schneiden? 

Schon der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven (1770-1827) komponierte ein wunderschönes Stück, genannt die Mondscheinsonate. Ludwig beendete um 1801 sein Werk, was den Beinamen Sonata quasi una Fantasia (...gleichsam eine Fantasie) trägt. Die Klaviersonate ist auch heute noch musikalische hohe Kunst und wirkt inspirierend. Gewidmet ist das Werk seiner Klavierschülerin Gräfin Julie Guicciardi, in die Beethoven verliebt war. Es gehört zu seinen berühmtesten Klavierstücken, die er komponierte.

Ingolstadt, Vollmond, 2018 Foto: privat
Ingolstadt, Vollmond, 2018 Foto: privat

Durch die Anziehungskraft des Mondes wurden aber auch die alten Seefahrer, wie Christoph Kolumbus beeinflusst. Er nahm sich von den Ureinwohnern Jamaikas viele Vorräte, die er für seine weitere Reise benötigte. Kolumbus wusste von der totalen Mondfinsternis (29.02.1504) durch den astronomischen Almanach (Tafelwerk, Kalender m. astron. u. meteorlog. Angaben) und kündigte den Ureinwohnern die Finsternis als eine Art Wut Gottes an. Somit bekam er die Vorräte ohne jegliches Blutvergießen. 1492 entdeckte der Seefahrer dann Amerika.


Ein anderes bekanntes Gedicht aus der Literatur ist das Abendlied Der Mond ist aufgegangen. Es stammt von Matthias Claudius und wurde erstmals 1779 veröffentlicht. Berühmt ist vor allem die erste Strophe:

Der Mond ist aufgegangen

Die goldenen Sternlein prangen

Am Himmel hell und klar:

Der Wald steht schwarz und schweiget,

Und aus den Wiesen steiget

Der weiße nebel wunderbar.

Gedicht von Matthias Claudius

Jesus auf dem Wasser, Acryl 2018
Jesus auf dem Wasser, Acryl 2018

Ein Mann geht auf dem Wasser, der volle Mond strahlt vom Himmel und das Gewand ist ganz weiß. Jesus ist durch den mystisch wirkenden Mond mit Gott verbunden. Der Sohn Gottes ist die zentrale Person im Bild und drückt auch den Verbund mit der Menschheit aus. Ich stelle mir vor, das uns Gott durch seinen Sohn Jesus immer wieder kleine Zeichen sendet und uns zu verstehen gibt, wir sind alle Gottes Kinder, die ein Recht auf Freiheit und Menschlichkeit haben. Krieg und Hass werden niemals zum Sieg führen. Wir alle lieben das Leben, auch dann wenn es mal nicht so rund läuft.